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Ahnensaal des Bundesdenkmalamts, Hofburg (Säulenstiege), Wien , 17. Jänner 2018, 16.00 Uhr

PRäSENTATION: HANDBOOK ON JUDAICA PROVENANCE RESEARCH
FELICITAS HEIMANN-JELINEK, JULIE-MARTHE COHEN, WESLEY FISHER


Dieses online Handbuch soll Museumsmitarbeitern, Forschern, Auktionatoren, Sammlern, Anwälten, Privatpersonen, Händlern und anderen interessierten Personen helfen, während des 20 Jahrhunderts und, vor allem aber während des zweiten Weltkriegs, gestohlene oder verlorene Judaika Objekte, aufzuspüren. Diese Objekte können sich sowohl in jüdischen als auch nicht-jüdischen Museen; in Privatsammlungen; in jüdischen Institutionen wie beispielsweise Gemeinden, Synagogen, Schulen oder auf dem Kunstmarkt befinden. Obwohl ähnliche Leitfäden bzw. Handbücher zur Provenienzforschung bzgl. Raubkunst existieren, gibt es bis dato nichts Vergleichbares für Judaika.
Das Handbuch deckt zwei verschiedene Kategorien ab: klassische Provenienzforschung, die sich damit beschäftigt, Objekte zu seinem ursprünglichen Besitzer zurückzuverfolgen, und Forschung, die sich mit der Lokalisierung eines verlorenen Objekts beschäftigt. Das Handbuch besteht aus vier Teilen:
• Der erste Teil bietet einen Überblick über vorkriegszeitliche Judaika und Judaika Sammlungen in jüdischen Museen, zudem über Nazi Organisationen die für den Raub jüdischer Kulturgüter maßgeblich verantwortlich waren, des weiteren über die Verteilung dieser Objekte nach dem Zweiten Weltkrieg und kurz, über die Verstaatlichung von Judaika vor, während und nach dem Krieg.
• Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Identifikation von Judaika Objekten und soll vor allem Laien helfen, die mit dieser Art von materieller Kultur nicht vertraut sind. Das Handbuch beinhaltet eine Judaika Typologie und bietet Hilfsmittel zur Identifizierung eines Objekts (Herkunft, Alter, Region, Material usw.).
• Im dritten Teil wird erläutert, wie Herkunft und Standort anhand spezifischer Dokumentation ermittelt werden kann und wo diese Art von Dokumentation aufliegt.
• Teil vier bietet eine Auflistung von Online-Datenbanken und eine Bibliographie jüdischer Museums- und Ausstellungskataloge sowie anderer relevanter Literatur. Die Autoren des Handbuches sind Julie-Marthe Cohen, Kuratorin des Jewish Historical Museum in Amsterdam; Felicitas Heimann-Jelinek, freiberufliche Kuratorin und Beraterin jüdischer Museen sowie Universitätslektorin, zuvor Chefkuratorin am Jüdischen Museum Wien; und Ruth Jolanda Weinberger, Historikerin für die “Looted Art and Cultural Property Initiative” der Claims Conference-WJRO.