Der Beginn der Ausstellung - Erinnerung an den Tempel
Franz Kimmel (© Jüdisches Museum München)

Jüdisches Museum München, 27. Februar - 1. September 2013

ALLES HAT SEINE ZEIT
RITUALE GEGEN DAS VERGESSEN


Die Ausstellung zeigt den Ursprung jüdischer Übergangs- und Erinnerungsrituale, wie sie praktiziert werden und was sie bedeuten. Neben den zyklischen religiösen Erinnerungsriten werden auch Strategien gegen das historische Vergessen aufgezeigt.
Geburt, Kindheit, Schule, Mündigkeit, Selbstständigkeit, Eheschließung, Alter und Tod markieren schmerzhafte oder freudvolle Phasen im Leben jedes Menschen. Wie alle Kulturen hat auch das Judentum für diese Lebensabschnitte bestimmte Strategien entwickelt, die helfen können, diese Übergänge zu verarbeiten. In der Ausstellung stehen rund sechzig Objekte aus öffentlichen und privaten Sammlungen für den universellen Charakter dieser Übergangsriten, die zugleich für den Einzelnen von einzigartiger Bedeutung sind.

Auch die Gemeinschaft begeht Rituale, die sich auf für sie prägende historische Ereignisse beziehen. Dazu gehören jährliche Feiertage und mehrtägige Feste wie Pesach, das an den Auszug der Israeliten aus Ägypten erinnert, das Lichterfest Chanukka (Erinnerung an den Sieg) oder das Laubhüttenfest Sukkot (Erinnerung an die Wanderung). Alle drei Feste sind mehrtägig und symbolisieren wichtige Passagen in der jüdischen Geschichte oder im Jahreszyklus.Zu den kollektiven säkularen Ritualen gehören solche, die die nationale Identität und die loyale Verbundenheit mit dem Vaterland stärken. Zeitgenössische Erinnerungsrituale reflektieren auch die Zeit des Nationalsozialismus und der Schoa. Hiervon ausgehend erforschte die amerikanische Künstlerin Quintan Ana Wikswo fotografisch Reste des sogenannten ›Sonderbaus‹ in Dachau, des KZ-Bordells, und bearbeitete sie literarisch. Denn im öffentlichen Gedenken wird die Opfergruppe der sexuell ausgebeuteten Frauen in den Konzentrationslagern bis heute ausgeblendet.

Wikswos Bilder fokussieren das Nicht-Dokumentierte und das Nicht-Erzählte jüdischer Leidensgeschichten. Eine Auswahl dieser eindringlichen großformatigen Fotos steht den ›unschuldigen‹ Strategien und Objekten gegen das Vergessen herausfordernd gegenüber.

Kuratorin: Felicitas Heimann-Jelinek, xhibit.at, Wien
Ausstellungsarchitektur: Martin Kohlbauer, Wien
Grafik: A. und H. Haller, Wien
Redaktion und Lektorat (Ausstellungstexte und Katalog): Michaela Feurstein-Prasser, xhibit.at

Link zum Film anlässlich der Eröffnung

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Erinnerung an den Tempel - Projektion des Boden der Synagoge von Beth Alpha

Franz Kimmel (© Jüdisches Museum München)

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Alles hat seine Zeit, Beginn der Ausstellung

Franz Kimmel (© Jüdisches Museum München)

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Erinnerung an die Endlichkeit - Gießgefäß

Franz Kimmel (© Jüdisches Museum München)

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Misrach, Bad Mergentheim, 1922

Franz Kimmel (© Jüdisches Museum München)

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Tora-Schild/Tas aus München 1856

Franz Kimmel (© Jüdisches Museum München)

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Tora-Krone/Keter, Langensulzbach, Elsass, um 1900

© Musée Alsacien

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Kamm und Nagelreiniger einer Beerdigungsgesellschaft, Eisenstadt, Anfang 19. Jh.

David Peters (© Sammlung Ariel Muzicant)

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Schabbat-Platte, Israel, 1999, Künstler: Zelig Segal (*1933)

David Peters (© Sammlung Georg Muzicant)

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Laubhütte/Sukka aus Baisingen, 1. Viertel 20. Jh.

© Stadtverwaltung Rottenburg am Neckar

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Quintan Ana Wikswo, Sonderbauten

© Quintan Ana Wikswo