Folder zur Ausstellung
© Jüdisches Museum Wien

Jüdisches Museum Wien, 25. Juli - 26. Oktober 1997

MASKEN
VERSUCH üBER DIE SCHOA


„Masken“ ist keine historische Ausstellung zum Thema nationalsozialistischer Vernichtungspolitik. Sie ist auch keine Dokumentation programmierter und organisierter Massentötungen.Vielmehr zeigt sie die Reduktion des Individuums auf ein Materialobjekt. Sie stellt die Frage nach der Würde des Menschen und der Relativität ethischer Normen. Sie ist der Versuch, das zu thematisieren, was die Schoa letztlich war: Mord. Neben historischen Dokumenten und Filmen werden im Rahmen der Ausstellung in einer Rauminstallation 29 Totenmasken von ermordeten KZ-Häftlingen gezeigt. Diese Masken wurden 1942 auf Anfrage der Anthropologischen Abteilung des Wiener Naturhistorischen Museums im Anatomischen Institut in Posen angefertigt und im selben Jahr dem Museum geliefert. Sie wurden Anfang der 90er Jahre vom Naturhistorischen Museum der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) übergeben. Seither sind die Masken Bestandteil der Sammlung der IKG im Jüdischen Museum Wien. Das Museum bezweckt mit der Präsentation dieser Masken keineswegs die Zurschaustellung ermordeter Opfer, vielmehr ist es das zentrale Anliegen der Ausstellungsmacher, die Besucher mit ihrem Umgang sowohl mit dem Thema, als auch mit den „Objekten“ zu konfrontieren. Ausgehend vom Ausstellungskonzept gestaltete die österreichische Künstlerin Valie Export im urbanen Raum an vier ausgewählten Standorten im Wiener Stadtzentrum (vor dem Maria-Theresien-Denkmal, auf dem Michaelerplatz, auf dem Graben und in der Dorotheergasse vor dem Museum) vier Stelen, die auf die installationsartige Ausstellung des Museums hinweisen. Valie Export gestaltete auch das Plakat der Ausstellung, das diese Stelen motivisch zitiert.

KuratorInnen: Felicitas Heimann-Jelinek, Hannes Sulzenbacher (beide JMW)
Ausstellungsarchitektur: Martin Kohlbauer
Grafik: Maria-Anna Friedl