Das Jüdische Museum Hohenems, Villa Rosenthal

Jüdisches Museum Hohenems, Mi, 09. Apr 2014, 19:30 - 21:30 Uhr

DIE WEISEN VON ASCHKENAS UND ÖSTERREICH: RABBINISCHE NETZWERKE IM SPäTMITTELALTER
VORTRAG VON MARTHA KEIL (WIEN)


Auch im Mittelalter saßen Rabbiner nicht im Elfenbeinturm. Da alle Lebensbereiche der Gemeinde, der Familie und des Individuums nach dem jüdischen Recht, der Halacha, geregelt und geordnet sind, gibt es keinen privaten oder öffentlichen Raum, der dem Rabbiner verschlossen wäre. Die Streitfragen und Gerichtsprozesse entschieden Gelehrte nicht im Alleingang, sondern in Beratung und im Konsortium mit Kollegen. Netzwerke über die territorialen Grenzen hinweg bildeten sich daher nicht nur durch Lehrer-Schüler-Verhältnisse und Verschwägerung. Die Rechtsfragen (Sche’elot) und Antworten (Teschuwot, Responsen) verbanden Aschkenas und Ostreich von Speyer bis Wien, von Erfurt bis Prag, von Mainz bis Wiener Neustadt.